Fotoshootings - so erzielen sie den optimalen Output

 Die Chemie zwischen Fotograf und dem Model bzw. Team muss stimmen. Dann werden die Bilder unverkrampft und natürlich.

Die Chemie zwischen Fotograf und dem Model bzw. Team muss stimmen. Dann werden die Bilder unverkrampft und natürlich.

Passende Bilder in Bilddatenbanken zu recherchieren ist zeitintensiv. Die anschließende Bearbeitung, um den Bildern einen einheitlichen Look zu verpassen, frisst weitere Zeit. Oft ist es sinnvoll, das Budget in Unternehmensfotografie zu investieren. Authentische Fotos, die nah dran am Unternehmensgeschehen und den Mitarbeitern sind, entstehen nur durch individuelle Fotoshootings.

Je besser das Fotoshooting vorbereitet ist, desto mehr unterschiedliche Aufnahmen und Situationen holen Sie aus dem Shooting raus: Portraits, Teambilder, Dokumentation von Arbeitsabläufen, Details und eine Fülle von weiteren Motiven. Nach einem erfolgreichen Fotoshooting haben Sie für künftige Marketingaktivitäten eine große Auswahl an Fotos parat.


Gute Vorbereitung ist alles

Wichtig für jedes Fotoshooting ist ein gutes Briefing. Nicht nur die/der Fotograf/in muss wissen, auf was es ankommt, sondern auch die Mitarbeiter sollten gut vorbereitet sein und vor allem mitspielen. Hier sind jede Menge Tipps für die Vorbereitung von Fotoshootings und eine Reihe von Beispielen.


Auswahl des Fotografen und Angebot

Hier sollte vor allem die Chemie stimmen. Das reine Vergleichen von Preisen wird Sie nicht weiterbringen. Wählen Sie den Fotografen ehr danach aus, ob er es versteht, Ihre Firmenkultur und die gute Stimmung im Team auf den Fotos einzufangen. Lassen Sie sich Beispiele zeigen oder verschaffen sich sich über die Website des/der Fotografen einen Eindruck. Schicken Sie zur Angebotseinholung schon ein aussagekräftiges Briefing mit, damit die/der Fotograf/in einschätzen kann, auf was Sie Wert legen. Je genauer die/der Fotograf/in weiß, wofür Sie die Bilder benötigen, welches Bildkonzept Ihren Marketingaktiväten entspricht, desto besser werden die Aufnahmen.

Fragen Sie die Fotografen aber auch, ob Bildbearbeitung im Preis enthalten ist und wieviele Fotos Sie aus dem Shooting erhalten und nutzen dürfen - unbearbeitet oder bearbeitet. Planen Sie, die Fotos auch für Social Media zu nutzen, arbeiten Sie mit einem Fotografen zusammen, der hier Erfahrung hat, der die Social Media Kanäle und deren Bildstile kennt.


Die wichtigsten Eckdaten für das Briefing

EINSATZZWECK: Wo wollen Sie die Bilder verwenden? Website, Social Media, Flyer, Plakate, Anzeigen, Geschäftsbericht, Presse, Stellenanzeigen, etc.

FORMATE: Vom Panorama (breites Querformat) für Website-Header bis hin zum Hochformat für Poster oder schmale Anzeigen. Später ist das Format nur noch aufwändig durch Bildbearbeitung zu ändern, das kostet Geld. Also gleich beim Shooting mehrere Formate von einem Motiv machen.

BILDAUSSCHNITT: Sowohl weite Aufnahmen (zuschneiden kann man später immer noch) als auch eng zugeschnittene Fotos. Zeigen Sie der/dem Fotografen/in idealerweise das Weblayout oder den Entwurf Ihrer Broschüre, damit er sehen kann, wo Hintergrundflächen für die Headlines gebraucht werden.

HINTERGRUND Unschärfe und viel Raum, um beispielsweise Schrift darauf zu setzen bis zu scharfen Detailaufnahmen


 Hier ein Beispiel mit viel Weißraum ...

Hier ein Beispiel mit viel Weißraum ...

 .. in dem später grafische Elemente eingesetzt werden können. 

.. in dem später grafische Elemente eingesetzt werden können. 


 Das Original-Foto mit freier Hintergrundfläche ...

Das Original-Foto mit freier Hintergrundfläche ...

 ... um auf der Website die Schrift zu platzieren.

... um auf der Website die Schrift zu platzieren.


 Die Orignalaufnahme

Die Orignalaufnahme

 Und hier mit später eingesetzer Aufnahme eines Flipcharts. Die Inhalte lassen sich schnell austauschen ohne das Portraitshooting wiederholen zu müssen.

Und hier mit später eingesetzer Aufnahme eines Flipcharts. Die Inhalte lassen sich schnell austauschen ohne das Portraitshooting wiederholen zu müssen.


 Beim Shooting war leider kein Gesprächspartner anwesend. Wir haben ihn uns vorgestellt ...

Beim Shooting war leider kein Gesprächspartner anwesend. Wir haben ihn uns vorgestellt ...

 ... und später ein passendes "Gegenüber" aus der Bilddatenbank eingefügt. Idealer wäre es allerdings gewesen, wenn wir gleich einen Gesprächspartner beim Shooting gehabt hätten.

... und später ein passendes "Gegenüber" aus der Bilddatenbank eingefügt. Idealer wäre es allerdings gewesen, wenn wir gleich einen Gesprächspartner beim Shooting gehabt hätten.


FARBEN: Bleiben Sie in bestimmten Farbräumen, die zu Ihrem Corporate Design passen. Das gilt sowohl für Gegenstände am Ort des Shootings, als auch für die Kleidung der Mitarbeiter. Unauffällige und gedeckte Farben sind besser als krachige. Auffällige Muster, wie bunte Karos, Blumenornamente oder andere Prints können sich schnell beissen. 

Mustermix-bildsprache.jpg

LOCATION: Gibt es eine oder mehrere Locations in den eigene Firmenräumen, Produktionshallen, im Freien oder öffentlichen Gebäuden? Wie sind die Lichtverhältnisse? Braucht es eine Beleuchtung in den Räumen oder reicht das Tageslicht aus? Schicken Sie der/dem Fotografen/in schon einige Smartphone-Bilder mit, damit er sich einen ersten Eindruck verschaffen kann. Optimal ist natürlich eine Besichtung der Locations.


Perspektive-bildsprache.jpg

PERSPEKTIVE: Nah dran oder weit weg? Von oben oder ehr von unten oder in Augenhöhe? Besprechen Sie mit dem Fotografen die Bildsprache. Der Bildstil kann je nach Einsatzzweck auch unterschiedlich sein. Zum Beispiel ungewöhnliche Perspektiven für Social Media um hier mehr Aufmerksamkeit zu erzielen.

Fotografen haben jede Menge Erfahrung und können Ihnen Tipps geben oder Beispiele zeigen.


Beispiel für Unternehmensfotografie: Teams im Büro und im Freien

Für die Erstellung der Website wurden für ein Münchner Consulting-Unternehmen Fotos vom Team erstellt. Im Bürogebäude, aber auch außerhalb. Keine gestellten Lächelbilder mit Daumen hoch, sondern natürliche Aufnahmen bei der Zusammenarbeit. Die Mitarbeiter tragen Kleidung in gedeckten Farben, Blau ist in der Corporte Identity verankert.
(Fotos: Simone Naumann Fotografie)

Hier sehen Sie die Website


TEAM: Vieviele Teams, Teammitglieder und Abteilungen sollen fotografiert werden? Brauchen Sie auch Potraits für die Team-Website oder Presseaussendungen? Welche Stimmung soll einfangen werden? Benötigen Sie Ganzkörper-Fotos oder vom Oberkörper?

BILDINHALT: Wollen Sie Abläufe im Unternehmen - beispielsweise in der Produktion - dokumentieren oder die Kompetenz der Mitarbeiter rüberbringen? Beauftragen Sie nicht nur einzelne Fotos, sondern auch Serien, die viele Details zeigen. So haben Sie zusammenhängende Bilder für längere Artikel, die sich prima ergänzen. 

KOMBINATION MIT VORHANDENEN AUFNAHMEN: Sollen die neuen Fotos zusammen mit vorhandenen Bildern eingesetzt werden? Oder mit Stockfotos kombiniert werden? Dann schicken Sie diese Bilder mit, damit die/der Fotograf/in den Bildstil kennt.

GANZ WICHTIG: KLÄREN SIE IM VORFELD DIE RECHTE!
Sprechen Sie unbedingt schon vor der Beauftragung der/des Fotografen/in über die Nutzungsrechte. Was nützt es Ihnen, wenn sie/er Ihnen diese nur für die Website einräumt, Sie die Fotos aber auch gern später für den Geschäftbericht nutzen wollen? Achten Sie auch auf die zeitliche Begrenzung. Ideal ist das Nutzungsrecht unabhängig vom genutzten Medium und der Zeit.


Beispiel: Fotoshooting für die Website eines Messebau-Unternehmens

Das Team der Messebaufirma wurde für die neue Website fotografiert. Aber keine "wir stehen alle in einer Reihe und Lächeln"-Bilder, sondern realistische Aufnahmen bei typischen Büroszenen sowie Detailaufnahmen und natürliche Portraits des Geschäftsführers.
(Fotos: Angelika Güc)

Link zur Website


BILDAUSSAGE: Soll das (technische) Arbeitsumfeld oder ehr die Menschen im Vordergrund stehen? Was sollen die Bilder ausdrücken? Dynamik, Sachlichkeit, Schnelligkeit, Klarheit, Zuverlässigkeit, Gründlichkeit, Professionalität, Teamgeist, Humor, Menschlichkeit, Lebendigkeit, Freude an der Arbeit, Servicebereitschaft, Seriösität, Zurückhaltung, Unnahbarkeit ... die Bandbreite ist groß.

VISAGIST: Ihre Kollegen werden sich wohler, wenn ein/e Visagist/in anwesend ist, die/der glänzende Hautstellen abpudert, leichtes MakeUp auflegt, auf Haare bzw. Frisuren und Falten in der Kleidung achtet.

BEISPIELE: Senden Sie Beispielwebsites oder andere Aufnahmen mit, die der/dem Fotografen/in einen Eindruck vom gewünschten Ergebnis geben.


Vorbereitung des Shootings

Überprüfung der Locations

Gehen Sie kritisch durch die Räume und bereiten Sie für das Shooting gut vor. Fotografen berechnen ihren Einsatz nach Stunden. Wenn erst für jedes Foto aufgeräumt werden muss, kostet das viel Zeit. Achten Sie besonders auf den Hintergrund und das Umfeld der jeweiligen Location.

Vollgeschriebene Wandkalender und Notizen an Wänden, Taschen oder Kartons in den Ecken, oder auf Schränken, vollgestopfte Regale, die vor sich hinvegitierende Juccapalme, private Dinge auf Schreibtischen, überquellende Ablagekästen, schmutzige Tastaturen ... all das macht auf den Fotos keinen guten Eindruck. Denken Sie an Blumenschmuck oder Obstschalen, Blöcke und Stife, saubere Wassergläser, Kaffeetassen in Firmenfarben und andere Accessoires, die sich gut auf den Fotos machen.  

In den Produktionsstätten ist ebenso ein kritischer Blick vor dem Shooting wichtig. Abfallsäcke, Kartons, Gerümpelecken sind kein schöner Anblick auf den Fotos. Überlegen Sie, an welcher Stelle und in welcher Perspektive die Fotos aufgenommen werden können.

Mitarbeiter auf das Shooting vorbereiten

Informieren Sie die Kollegen und erstellen Sie eine Liste derjenigen Kollegen, die in verschiedenen Szenarien zum Einsatz kommen sollen. Nicht jeder möchte fotografiert werden, nicht jeder verhält sich ungezwungen vor der Kamera. Geben Sie den Kollegen Informationen hinsichtlich Kleidung: Keine zu freizügigen Kleidungsstile, keine auffälligen und krachige Farben, keine auffälligen Muster, kein Rollkragen im Winter, kein Top im Sommer, keine Materialien, die gern knittern. Gern kann die Kleidung gewechselt werden. Muss aber schnell gehen.

Nennen Sie Ort und Zeit, am besten in einem Ablaufplan, damit die Kollegen pünktlich zum Fotoshooting erscheinen. Überlegen Sie, welche Teams und Kollegen zusammen aufs Fotos sollen. Wer ist besonders wichtig? Wer soll im Vordergrund stehen, wer ehr im Hintergrund? Welche Posen könnten die Kollegen bei der Teamarbeit einnehmen?


Tipps für Solopreneure

 Gute Locations für Selbständige, die im Homeoffice arbeiten, sind Eingangshallen oder Glasfassaden von Bürogebäuden, Museen und anderen öffentlichen Gebäuden.

Gute Locations für Selbständige, die im Homeoffice arbeiten, sind Eingangshallen oder Glasfassaden von Bürogebäuden, Museen und anderen öffentlichen Gebäuden.

Als Trainer, Berater, Consultant oder Freiberufler haben wir kein Team, keine Kollegen und oft nicht mal ein Büro. Sucht man sich gute Locations, kann man aus einem Shooting mehr rausholen, als drei, vier ähnliche Portraitbilder, die an ein und derselben Hintergrundwand entstanden sind. 

In öffentlichen Gebäuden, besonders in Eingangshallen oder Cafeterias finden sich immer wieder gute Hintergründe, aber auch Sitzgruppen, Stehtische und andere Sitzgelegenheiten mit schönem Mobiliar. Man muss einfach ein wenig die Augen offen halten. Es ist empfehlenswert, Accessoires, wie schöne Stifte, Schreibunterlagen, Block, Bücher, Laptop, Post-it, auch mal einen Apfel oder andere Utensilien dabei zu haben, diese zu variieren.

Nehmen Sie unterschiedliche Klamotten mit, in denen Sie sich wohlfühlen. Mal im Blazer, mal in der Lederjacke, mal in Bluse oder Hemd. Mit oder ohne Tasche, mal mit Laptop, mit oder ohne Brille. Sie werden staunen, wie viele unterschiedliche Szenarien man an einer Location aufnehmen kann.


 Im Eingang eines Museums an einem Stehtisch ist diese Aufnahme entstanden. Keiner sieht, dass die Moderationskarte nicht am Schreibtisch geschrieben wird.

Im Eingang eines Museums an einem Stehtisch ist diese Aufnahme entstanden. Keiner sieht, dass die Moderationskarte nicht am Schreibtisch geschrieben wird.

 Kreativität ist gefragt, wenn es um Utensilien für Fotoshootings geht. 

Kreativität ist gefragt, wenn es um Utensilien für Fotoshootings geht. 


 Arbeiten am Laptop - aufgenommen in der Cafeteria eines Museums.

Arbeiten am Laptop - aufgenommen in der Cafeteria eines Museums.

 Gleiche Location, aber an einem Stehtisch

Gleiche Location, aber an einem Stehtisch


Beispiel: Fotoshooting eines Verkaufstrainers

Für verschiedene Einsatzzwecke braucht der Geschäftsführer eines Trainingsunternehmens unterschiedliche Portraitbilder. Das Shooting liefert eine Menge Aufnahmen für die Website, Social Media, Presse, Präsentationen, etc.
(Fotos: Angelika Güc)

Link zur Website


Noch ein Tipp für Einzelunternehmer: Gesprächspartner mitbringen

Nehmen Sie sich einen Gesprächspartner mit, der idealerweise auch gerade Fotos braucht. So simulieren Sie eine realistische Besprechungssituation und beide profitieren vom gemeinsamen Shooting. So wie hier: Ein Unternehmensberater und Arzt mit mobiler Praxis trafen sich zum Fototermin. Mal steht der eine, mal der andere Unternehmer im Fokus. (Fotos: Angelika Güc)


Fazit

Wie bei allen Projekten ist die Vorbereitung die halbe Miete. Investieren Sie diese Zeit, denn Sie werden später froh darum sein. Denn der Aufwand für ein Fotoshooting ist hoch und es sollte heute schon an den künftigen Bedarf der Bilder gedacht werden. Überlassen Sie die Planung des Shootings nicht allein der/dem Fotografen/in, sondern liefern Sie ihm so viel wie möglich Input.