Was soll mir dieses Bild sagen? Wenn Bilder nicht sprechen können.

Die Mehrheit der Bilder ist stumm

auch dieses bild sagt was: nämlich dass es hier nichts zu sagen gibt.

auch dieses bild sagt was: nämlich dass es hier nichts zu sagen gibt.

In der Kürze liegt die Würze. Einfach zu lesende Bilder helfen dem Betrachter schnell zu kapieren, worum es geht. Doch meistens werden in Bilder zu viele Elemente gepackt, die das eigentliche Motiv nur schwer oder gar nicht erkennen lassen. Der Hintergrund – gespickt mit störenden Farbflächen und verschiedenartigen Strukturen – lenkt zusätzlich vom Hauptmotiv ab. Das Auge liest „hier herrscht Chaos“ und das Unterbewusstsein überträgt das gleich man auf das Unternehmen.

Doch wie wählt man spannende, ansprechende Bilder für Websites und Broschüren aus? Beachten Sie nur die folgenden 5 Tipps, haben Sie künftig sicher mehr Leser auf Ihrer Seite.

Mit der Bildaussage Interessenten Leser in den Bann ziehen

 TIPP 1: Klarer Bildaufbau mit dem Blick auf das Wesentliche

„Wer soll das denn alles lesen?“ Das werde ich oft gefragt, wenn ich meinen Kunden sage, die Texte für die Website sind zu kurz, um damit anständig Suchmaschinenoptimierung zu machen. Im Gegenzug bekomme ich oft Bilder geliefert, bei denen ich mich frage „Wer schaut sich ein Bild so lange an, um zu kapieren, um was es hier geht?“ Laden die Bilder nicht zum Lesen des Textes ein, machen sich nur hartnäckige Gesellen die Mühe, ihn zu lesen.

Das richtige Maß und die Ordnung sind entscheidend. Ist ein Text gut geschrieben, habe ich auch noch beim Weiterscrollen Lust zum Lesen. Ist der Bildaufbau gut, kann ich auch ein Bild mit vielen Elementen sofort verstehen. Wikipedia sagt es so: „Das Problem bei der visuellen Wahrnehmung ist, dass die Augen in der Sekunde lediglich drei Informationen der Größe eines 50-Cent-Stücks aufnehmen.“

Gerade im Umfeld der Werbung muss ein Bild dem Betrachter in Bruchteilen von Sekunden sagen, um was es geht, welche Bildaussage es rüberbringen soll. Keiner hat oder nimmt sich die Zeit, ein Bild länger zu betrachten. Wird der Bildinhalt nicht gleich erkannt, ist die Chance verpasst. Und der Text fristet wiedermal ein trauriges Dasein.

Beide bilder zeigen bergidylle: Links braucht das Auge eine ganze weile, um einen ruhigen pol zu finden. bleibt vielelicht lieber am Felsen im hintergrund hängen, der fast mittig und damit langweilig im bild platziert ist?  rechts ist mehr ruhe im bild. Und ausserdem jede menge platz für Text.

Beide bilder zeigen bergidylle: Links braucht das Auge eine ganze weile, um einen ruhigen pol zu finden. bleibt vielelicht lieber am Felsen im hintergrund hängen, der fast mittig und damit langweilig im bild platziert ist?  rechts ist mehr ruhe im bild. Und ausserdem jede menge platz für Text.

TIPP 2: Text und Bild müssen sich ideal ergänzen

Nicht immer ist es sinnvoll, wenn Text und Bild genau die gleiche Aussage transportieren. Spannender ist es, wenn das Bild neugierig macht, den Text überhaupt erst zu lesen.  Beobachten Sie sich, wann Sie von einem Bild eingeladen werden, den Text durch zu lesen und wann nicht. Ist es nicht so, dass uns das Bild Appetit macht? Dass es uns neugierig macht? Uns in eine gute Stimmung versetzt? Wir uns angezogen fühlen? Und später gar nicht mehr drüber nachdenken, was das Bild mit dem Text zu tun hat? Weil einfach beides in Kombination Lust auf mehr macht und stimmig ist. Bleiben Sie beim Bild also nicht zwanghaft nahe am Text. Überlegen Sie sich, ein Bildmotiv, das zunächst gar nichts mit dem Text zu tun hat, aber viel Atmosphäre und Wohlfühlklima ausstrahlt. Schaffen Sie dann - idealerweise im Abschluss des Textes - eine Überleitung oder Auflösung. Mit ein wenig Kreativität ist das gar nicht so schwer.

Die Plakat-Kampagne von Fritz Kola ist ein gutes Beispiel: Nichts vom gezeigten hat mit Cola zu tun. Aber man schaut hin, beschäftigt sich mit dem Motiv, will wissen, was dahinter steckt. Der Slogan "Hauptsache wach" stellt den Bezug zum Produkt her. 

TIPP 3: Raum für Schrift

Ob Print oder Web: Werden Fotos als Hintergrund für Überschriften oder gar Fließtext genutzt, braucht es unbedingt ruhige Flächen. Gerade im Web werden wir – bedingt durch kürzere Ladezeiten - immer öfter von großformatigen Bildern abgeholt. Doch wohin mit dem Text, wenn das Bild vollgepackt mit verschiedensten Bildelementen ist? Hier ein Beispiel, das gut gelungen ist: oder auch hier. Auf der Webiste dieser Webeagentur zeigen die Bilder – obwohl Platz da wäre – nur Details und liefern damit Raum für die Schrift. Und das ist eine prima Überleitung zum nächsten Thema.

TIPP 4: Weniger ist mehr

Unserem Gehirn reicht gottseidank ein Teil des gesamten Bildes. Wir müssen nur einen Ausschnitt von einem Boot, einem See sehen, um uns vorzustellen, wie der Rest aussieht. Schon bei einem kurzen Blick auf das Bild denkt das Gehirn sich die fehlenden Teile einfach dazu. Das Bild erzählt auch dann eine Geschichte, wenn man nur ein Detail sieht. Und vielleicht ist das ja spannender, wenn jeder Betrachter eine leicht abgewandelte Geschichte vor Augen hat. Mut zum Weglassen schafft mehr Wirkung.

Bei beiden bildern braucht es nicht die gesamte musikkapelle, um das Thema zu vermitteln. die bilder wirken auch durch die details sehr gut. das gehirn denkt sich den rest einfach dazu - je nach phantasie auch die geräuschkulisse.

Bei beiden bildern braucht es nicht die gesamte musikkapelle, um das Thema zu vermitteln. die bilder wirken auch durch die details sehr gut. das gehirn denkt sich den rest einfach dazu - je nach phantasie auch die geräuschkulisse.

TIPP 5: Authentizität ist Trumpf

Unser Gehirn merkt ziemlich schnell, wenn wir ihm mit dem Bild was vorgaukeln wollen, was absolut nicht zur restlichen Aussage passt. Bilder sollten nicht zu „gelackt“ zu „klinisch“ sein. Wir haben uns satt gesehen am ewig Perfekten. An diesen immer toll gelaunten, modelartigen Mitarbeitern, die George-Clooney-artigen graumelierten Best-Agern die Hände schütteln. Wir nehmen das einer Bank oder Versicherung einfach nicht ab. Denn Tag für Tag erleben wir die Wirklichkeit. Menschen aus dem wahren Leben am Schalter, vor dem Bankomat. Die sind halt keine perfekten Typen, ich ja auch nicht.

Fazit: Beachtet man bei der Bildauswahl nur diese 5 Punkte, liefert man dem Betrachter der Website oder der Broschüre einen Augenschmaus. Die erste Hürde ist überwunden, wenn er sich erstmal mit unseren Marketingaussagen beschäftigt, weil er sich wohl fühlt, weil alles passt.